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Geschichte nach 1945

Einige Sangerbrüder können sich noch lebhaft an diese Zeiten erinnern, da er 1956 aus gesundheitlichen Gründen erst den Dirigentenstab an Lehrer Werner Golbs weitergab. Carl Frank ist es überwiegend zu verdanken, dass nach 2. Weltkrieg mit den verbliebenen Sangesbrüdern die Erhaltung und Wiederbelebung der Aktivitäten des inzwischen in "Männerchor Großpostwitz" umbenannten Verein überhaupt möglich war. Ihm gelang es, alte sowie neue Sangerbrüder zu einem leistungsfähigen Klangkörper zusammenführen. Auch sollten hier die langjährigen freundschaftlichen Beziehungen zu dem Partnerchor aus Trinec, das sich in der heutigen Slowakei befindet, keinesfalls zu kurz kommen.

Drei Besuche (1968,1978 und1987) konnten wir als Verein unseren Sangerbrüder abstatten, wobei der Partnerchor uns leider nur Gegenzug zweimal besuchen konnte, letztmalig zum 110-jährigen Bestehen unseres mittlerweile wieder in "Männerchor Großpostwitz e.V." zurückbenannten Vereines. Auch der Gödaer Männerchor war im Sommer 1982 zum 100-jährigen Jubiläum mit dem Lied "Das Lützows wilde verwegene Jagt" bei uns zu Gast. Sein damaliger und auch noch heutige Dirigent Wolfgang Frister war für die Zeit von einem Jahr 1980 der musikalische Leiter in unserem Verein.
In den ganzen 117 Jahren des Bestehens des Vereins begleitete 17 Dirigenten und Liedermeister alle Höhen und Tiefen, die nun mal in so einer langen Zeitspanne auftreten könnten. Unter ihrer Leitung wurden unzählige öffentliche Auftritte bestritten. So wurde an Stiftungsfesten, Konzerten, verschiedenen Jubiläen, Weihnachtsfeiern, Auftritten in Krankenhäusern und vielem mehr teilgenommen. Hierbei stand immer das Wohl des Vereines und seiner Mitglieder an erste Stelle.

Es soll allen Mitwirkenden und Zuhörern vor allen Dingen Freude bereiten und zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen. Dies war und ist auch heute noch unser erklärtes Ziel. Das spiegelt sich natürlich auch in den Mitgliederzahlen wieder. Die meisten Mitglieder konnten 1926 gezählt werden. Da gab es 59 aktive und 80 passive Mitglieder, Zahlen, von denen wir heute wohl nur träumen können. Demgegenüber stehen heute 35 aktive und 13 passive Vereinsmitglieder.

Höhen und Tiefen des Chores in den Zeitepochen

Bis in die 50-iger Jahre hinein wuchs der Chor durch ständige neue Sänger rasch an. Bis zu 65 Sangesbrüder vereinten ihre Stimmen im Gesang. Ein Höhepunkt war die Teilnahme am Sängerfest in Hannover 1954. Zu jener Zeit begann auch eine bis heute erhaltene Tradition. Man gestaltete Faschingsveranstaltungen, in welchen die Sangesbrüder ein lustiges Programm aufführten.

Der Bau der Mauer 1961 zwang auch unseren Verein, um weiter bestehen zu können, sich stärker in das kulturelle Leben der DDR zu integrieren. Man begab sich unter die Fittiche des Dorfklubs Großpostwitz sowie des damaligen VEB Leinenindustrie, nahm an Chorausscheiden teil, gestaltete Jugenweihenfeiern mit aus und erhielt zweimal den Titel "Hervorragendes Volkskunstkollektiv". Seit 1968 gab es auch freundschaftliche Beziehungen zum "Hutnik-Chor" in Trinec in der benachbarten CSSR. Die Chorfahrten dorthin wurden dank der Gastfreundlichkeit unserer polnischen Sangesbrüder und Sangesschwestern sowie der Schönheit der Beskiden zu unvergesslichen Erlebnissen.

Als wir Anfang September 1989 mit unseren Ehepartnern zu einem Orgelkonzert im Gewandhaus Leipzig weilten und auch der Nikolaikirche im Zentrum der Stadt einen Besuch abstatteten, ahnten die meisten von uns noch nicht, welche historischen Boden wir hier betreten hatten. Erst die späteren Montagsdemos und die Rufe "Wir sind das Volk" machten auch uns klar, welche historische Chance nun für uns bestand. Im Verein wurde nun wieder Liedgut hervorgeholt, welches über Jahrzehnte verpöhnt war. Zu dieser Zeit ließ sich auch der Männerchor als "Männergesangverein Großpostwitz e.V." eintragen.

Auch hatten sich inzwischen freundschaftliche Beziehungen zum Männergesangverein Castell in Franken angebahnt, die bei gegenseitigen Besuchen bis heute erhalten blieben.

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