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Der Männergesangsverein Großpostwitz

bis zu Gegenwart

 

 

 

Leider müssen wir nun einen großen zeitlichen Sprung vollführen,

da ab 1930 keinerlei Protokollschriften vorhanden sind. Erst

ab 1952 erreichen wir wieder den sicheren Boden vorhandener

Aufzeichnungen.

Wir wissen, dass Carl Franke 1929 die Dirigentschaft des MGV

übernahm und ihn durch die Klippen des 3. Reiches führte.

Ab 1939 riss erneut ein großer Krieg Lücken in unsere Sängerschar. Die Namen der gefallenden Sangesbrüder  sind uns leider

unbekannt, doch wir gedenken ihrer mit Trauer.

Es ist das größte Verdienst von Carl Franke, das sängerische

Wirken der Großpostwitzer Männer nach 1945 wieder aktiviert

und fortgesetzt zu haben. Das war sicher nicht immer so einfach,

standen doch viele lebenserhaltende Probleme auf der Tagesordnung

der Menschen. Auch nach Großpostwitz kamen Umsiedler, die ihre

Heimat in Ostpreußen, Schlesien oder den Sudentengau verlassen

mussten. Es galt in ihrem Interesse zusammen zurücken, hatten

wir doch gemeinsam den Krieg verloren. Dazu kamen Lebensmittel-knappheit, Brennstoffmangel, Stromabschaltungen und noch viele

andere schier unüberwindliche Schwierigkeiten.

Doch Dienstagabends beim Gesang konnte man das alles wenig-

stens für kurze Zeit vergessen und nach den Singestunden in

trauter Ruhe so manches Problem bereden und dafür vielleicht

auch manchmal Lösungswege finden.

Noch immer traf man sich im Dorfzentrum im „Alten Amtshof“, nun

bei Herbergswirt und Sbr. Max Albinus. Da bürgerliche Vereine

im Arbeiter- und Bauernstaat verpönt waren, lebte unser Jubilar

als Männerchor Großpostwitz weiter. Vieles Überkommene musste

über Bord geworfen werden. Jährliche Stiftungsfeste und Chor-konzerte konnten nicht mehr durchgeführt werden. Auf dem Saal

des „Forsthauses“ flimmerten nun Filme unterschiedlicher Genre

über die Leinwand, die die Menschen der damaligen Zeit begeister-ten. Oberlausitzer Bundessängerfeste, Kreissängerfeste etc. gab

es auch nicht mehr. 1954 in Hannover nahmen letztmalig Sanges-

brüder unseres Vereins an einem zentral organisierten Treffen

teil.

Aber natürlich wurden jährlich im Januar die Jahreshauptversamm-lungen durchgeführt, die nach feststehenden Regeln abliefen bzw.

für die neue Traditionen geschaffen wurden. Sie begann nun mit

dem Gesang des Bundesliedes „Brüder reicht die Hand..“. Das

ist aus dem Verlauf früherer Generalversammlungen nicht bekannt. Auch ein sehr schöner Brauch wurde neu begründet. Man sang verstorbenen Sangesbrüdern die 1. Strophe des Liedes „Ich hatte´

einen Kameraden..“.

Der Vorstand ließ die Ereignisse des vergangenen Jahres Revue passieren, der Kassenbericht wurde verlesen und schließlich

für das neue Sängerjahr ein neuer Vorstand gewählt.

Von großer Bedeutung für die kontinuierliche Arbeit in unserem Verein war, dass von 1947 – 1970 Sbr. Walter Müller diese Position innehatte. Er wurde für seine Vereinsstärkende Arbeit zum Ehrenmitglied ernannt. Auch sein Wegzug nach Wilthen hinderte

ihn nicht daran, regelmäßig in die Singestunden zu kommen. Es

fuhren damals schließlich noch Züge zwischen Großpostwitz und

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Wilthen und auch Busse fuhren nach 19.00 Uhr regelmäßig.

Man ehrte verdienstvolle Sänger mit einem Alpenveilchen. Der

Kassenbestand von ca. 250,00 M im Durchschnitt jener Jahre ließ keine großen Sprünge zu. So viele passive Sänger wie früher,

die als Sponsoren wirkten, hatte man nicht mehr.

So wurden z.B. 1958 die Sbr. Karl und Günter Sick und Max Müller

für die Renovierung der Sängerherberge geehrt.

Auch wichtige Beschlüsse wurden immer noch gefasst.

So kam es 1960 zu einer Neuregelung bei Todesfällen im Verein.

Man beschloss:

- Bei dem Tod eines aktiven Sängers und seiner Ehefrau sowie

  eines passiven Mitgliedes wird sowohl in der Kirche als auch

  am Grabe gesungen und es werden auch die Träger gestellt.

- Beim Tode der Ehefrau eines passiven Sängers wird nur in

  der Kirche oder am Grab gesungen. Stirbt das passive Mit-

  glied vor seiner Frau, wird nicht mehr gesungen.

1970 konnte der Vorschlag, jeder Sänger sollte zum 80. Geburts-

Tag ein Geschenk erhalten, keine Mehrheit finden. Vielleicht

war das der Grund,.. “das die sonst gewohnte Geselligkeit

gefehlt hat, und die Tore der Sängerherberge bald geschlossen

wurden.“

1971 erfolgte deshalb die Korrektur. Es wurde Folgendes beschlos-sen;

Zum 65.Geburtstag wird es ein Geschenk im Wert von 12,00 M

geben.

Zum 75.Geburtstag wird es ein Geschenk im Wert von 15,00 M

geben.

Zum 80.Geburtstag wird ein Präsentkorb überreicht.

Nach langen Diskussionen und diesen wichtigen Beschlüssen ging

man schließlich zum gemütlichen Teil über. Im „Alten Amtshof“

speiste man dann gewöhnliche Bratwurst, Sauerkraut und Klöße,

vertilgte anschließend noch ca. 8 Gänseriche, die auf dem

Klavier standen und ging dann vielmals zum Skat, Doppelkopf

oder Knobeln über.

Anfang des Jahres 1961 wurde der „Alte Amtshof“ als Gaststätte geschlossen. Die Sänger konnten ihre Herberge aber weiter bis

Ende 1971 behalten, weil der Eigentümer Alfred Schmeiß die kosten-lose Benutzung gestattete. Ein Besitzerwechsel des Gebäudes

machte es erforderlich, dass ab 1.1.1972 die „Pilgerschenke“ zur

neuen Sängerherberge wurde. Dasselbe Schicksal ereilte uns

hier Ende 1992. Das Gebäude wurde reprivatisiert, wir mussten

gehen. Von Anfang 1993 bis Anfang November 1995 erklangen unsere

Lieder wieder an vertrautem Platze, nämlich in einer der

ersten Nummern der Bergstasse im Grundstück Pollack, wo die

Gemeinde kurzzeitig ihren ABM-Raum verbunden mit dem Bauhof

eingerichtet hatte. Das brachte allerdings einen großen Vorteil.

Die sanitären Anlagen waren sehr gut, was man von der „Pilger-schänke“ nicht behaupten konnte.

Vom 7.11.1995 bis zum Sommer 2007 hatten wir mit der „Begegnungs-stätte“ im Spreetal einen regelrecht idealen Platz für unser Vereinsleben gefunden. Das Wandern geht leider ab September diesen Jahres weiter.

Von 1972 – 1993 mussten unsere Jahreshauptversammlungen in

den Gaststätten von Großpostwitz und Umgebung stattfinden.

Sehr häufig waren wir zu Gast im „Forsthaus“, dessen Wirt Kurt Fiedler ein passives Mitglied des Vereins war und bei dem wir     - 3 -

erstmalig Sauerbraten, Rotkohl und Klöße speisen durften, auch heute noch unser aktueller Jahresversammlungsessenhit. Aber auch im „Erbgericht“ in Neu-Eulowitz bei der Schläger Dora, wie sie

liebevoll genannt wurde, waren wir häufig und gern gesehene Gäste. Erst ab 1994 war die neue Sängerherberge wieder Zentrum des Vereinslebens, in der Festlichkeiten wieder zur Normalität wurden.

Schritt für Schritt fand unser Verein auch wieder zurück in das gesellschaftliche Leben der Nachkriegszeit und der 1949 gegrün-deten und sich rasch entwickelnden DDR. Seine sängerischen Qualitäten wurden in viele kulturelle Veranstaltungen eingebunden. Besonders positiv fällt aus heutiger Sicht auf, dass der Verein jährlich, manchmal auch zweimal im Jahr, in den Krankenhäusern Crostau/Callenberg und Bautzen seine Lieder erklingen ließ, um kranken Menschen eine Freude zu bereiten. Auch im Krankenhaus in Rothenburg NL sangen wir aus diesem Grunde mehrfach, konnten im Altenheim in Schirgiswalde und auch im Behindertenheim in Bautzen-Seidau Freude bereiten. Zurzeit setzten wir diese in den 50iger-Jahren entstanden Tradition im Pflegeheim „Haus Immisch“ in Bautzen fort.

Kulturell umrahmten wir Schulentlassungen an der Lessingschule Großpostwitz und traten auch zu Veranstaltungen der Nationalen Front auf, z.B. am 3.1.1956 anlässlich der Feier in Großpostwitz zu Ehren des 80.Geburtstag von Präsident Wilhelm Pieck.

Da Pfarre Rößler passives Mitglied unseres Vereins war, er war nicht der einzige geistliche Würdenträger des Ortes, der unseren Verein derart verbunden war, wurde auch in kirchlichem Rahmen gesungen. So hatte bis in die 60iger Jahre das Johannisfeiersingen im Juni auf dem Friedhof und das Silvestersingen am 31.12. einen festen Platz im Veranstaltungsplan des Vereins.

Da nach dem Bau der Berliner Mauer beide deutschen Staaten immer weiter auseinander drifteten, galt es auch für unseren Verein, sich neu zu positionieren.

Am 6.2.1962 schlug Sbr. Heinz Helm im Rahmen eine Jahreshaupt-versammlung vor, den Männerchor an den Dorfklub Großpostwitz anzuschließen. Dieser Vorschlag wurde zum Beschluss und damit verlor man erstmalig die bisher juristisch vorhandene völlige Unabhängigkeit. Man war in eine vom Staat geschaffene Einrichtung integriert. Das brachte allerdings den Vorteil, dass der Dirigent nunmehr von dort aus bezahlt wurde und die Gemeinde am Fortbestand und der Entwicklung des Chores interessiert wurde und man sich staatlicher Unterstützung sicher war.

Mit dem 1.1.1988 begann dann eine Trägerschaftsvereinbarung mit dem VEB Leinenindustrie Großpostwitz, die zu einer Namens-erweiterung führte, Männerchor Großpostwitz – Chor des VEB Leinenindustrie Großpostwitz. Wie allen bekannt, war das nicht von langer Dauer.

Am 1.4.1993 unterschrieben die Sbr. Bertold Eberhardt, Frank Liebscher, Bernd Schierz und Alfred Schwach beim Notar in Bautzen im Vereinsregister am Amtsgericht in Bautzen für den „Männergesangsverein e.V.“. Wir waren somit namensmäßig zu unseren Wurzeln zurückgekehrt.

Eine sehr schöne Tradition war mit dem Namen unseres Ehrenmit-gliedes Oskar Boschick verbunden, der aus den Beskiden stammte und den die Wirren des Krieges in unsere Gegend gebracht hatten. Zarte Bande hatten ihn in Cosul festgehalten und so verblieb er in der Oberlausitz. Durch ihn konnten sängerische Brücken zum Hutnik-Chor im tschechoslowakischen Trinec geschlagen werden, der als gemischter Chor aus unserer Sicht in einer anderen Liga sang, uns aber eine Möglichkeit einer Internationalen Verbindung gab.                                 

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Von 1968 – 1992 reichten die gegenseitigen Beziehungen und Besuche. Unser Verein war dreimal zu Gast in den Beskiden. Es waren wunderschöne Erlebnisse, die uns auch sängerisch viel gebracht haben. Das im Verein sprichwörtlich gewordene „Symmank? Aha!“ erinnert uns heute noch oft daran.

Ab Ende der 40iger Jahre begann man im Verein zum Männertag gemeinsame Herrenpartien zu veranstalten. Früher hatte man diesen Tag auch nicht vergessen, aber man traf sich nur auf dem Mönchswalder Berg mit Sangesbrüdern aus der Umgebung. Jetzt wurden diese Partien zu richtigen Vereinsfesten ausgeweitet. Im Durchschnitt begaben sich ca. 35 Sangesbrüder mit dem Zug oder Bus auf die Reise, die in die Sächsische Schweiz, ins Zittauer Gebirge, nach Görlitz und Löbau führte. Diese Fahrten waren natürlich mit vielen Erlebnissen verbunden.

Im Jahre 1955 verzehrte man in der Gaststätte „Stadt Görlitz“

in Löbau nach dem Mittagessen in fröhlicher Runde einen Stiefel Kräuterlikör, im Verein Moro genannt.

Das hatte durchschlagende Wirkung, wie sich jeder denken kann. Erst nach 21.00 Uhr kehrte man nach Großpostwitz ohne Abendbrot zurück. Im Verlauf der 60iger Jahre fanden sich immer weniger Sänger zu einer Herrenpartie bereit. Von der letzten Über-lieferten kann man lesen: „Der Kirchturm blieb in sichtbarer Weite, um den Unentwegten, nachher als Richtungsweiser zur glücklichen Heimkehr zu dienen“.

Erst 1985 unter der Leitung von Wolfgang Petasch fanden sich wieder genügend Sänger, um in den umliegenden Dörfern gemeinsam ein Lied zu singen und ein Bier zu trinken. Manchmal gingen wir auch erst los, nachdem wir uns am Waldgottesdienst auf dem Sonnenberg beteiligt hatten.

Der Verbund mit anderen singenden Vereinen der Umgebung war

vor allem in den 50iger Jahren und auch in den 60iger Jahren

noch recht stark. Mit den Männerchören aus Weifa, Neustadt/Sa, Großdubrau, Königswartha und Uhyst/Spree gab es viele Treffen die an alte Zeiten erinnerten.

Seit 1970 sind auch häufige Kontakte zu den Männerchören Ober-gurig, Göda und Großdrebnitz überliefert. Die gemischten

Chöre des Oberlandes pflegen gute Kontakte zu uns und werden uns auch zu unserem Jubiläum beehren.

In einem Staat wie der DDR, in der nichts dem Zufall überlassen wurde und jede Entwicklung geführt werden musste, wurde auch das Chorsingen über die Abteilung Kultur bei Rat des Kreises entsprechend angeleitet. Die Chöre hatten sich zu Volkskunst-kollektiven zu entwickeln und zur Erreichung des entsprechenden Titels ein abrechenbares Programm zu erstellen.

1978 erhielt unser Verein erstmalig den Titel „Hervorragendes Volkskunstkollektiv“ und konnte diesen Titel 1987 verteidigen.

Auch die Qualität des Singens wurde unter die Lupe genommen.

So fanden regelmäßig Einschätzungsveranstaltungen statt z.B. in Bautzen, Schirgiswalde und Niesky. Hier erhielten wir stets

das Prädikat „Mittelstufe gut“. Es wurde ein Wettbewerbsgedanke zwischen die Chöre getragen, der dem Zusammenhalt unter ihnen nicht immer gut tat.

Natürlich wurden wir in jenen Jahren auch zur Ausgestaltung von Sozialistischen Großveranstaltungen im Kreis hinzugezogen.

 

 

 

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So gestalteten wir jährlich die Jugendweiheveranstaltungen beider Großpostwitzer Schulen, waren mit russischsprachigem Gesang an der Festveranstaltung 70 Jahre Oktoberrevolution in Bautzen beteiligt. Auch am 5.10.1989 waren wir dabei, als im Rahmen eines Festkonzerts der 40.Jahrestag der DDR kurz vor Ultimo gefeiert wurde.

Ein Jahr später, am 3.10.1990, erklang bereits aus unseren Kehlen „Einigkeit und Recht und Freiheit...“ auf dem Sonnenberg.

Anfang der 50iger Jahre begann man im Verein öffentliche Faschingsvergnügen alternierend auf den Sälen in Rodewitz und Eulowitz durchzuführen. Sie verliefen natürlich anders als heute, haben aber die Zuschauer damals genauso begeistert.

Ein kurzer Bericht von 12.2.1955 aus dem Saal des “Erbgerichts“ Rodewitz soll das beweisen.

Nachdem der Vorstand die Gäste begrüßt hatte, marschierten die Sänger mit dem „Sängermarsch“ auf den Lippen in den Saal ein und sangen anschließend ein paar Lieder. Den Saal betrat dann ein Elefant gebildet auch 8 Sängern. Er wurde von 2 Affen begleitet, dargestellt von Sbr. Hans Benad und Paul Piesche, die ein Fass Gurken verkauften und damit reissend Absatz fanden. Unter der Leitung von Schiedsrichter Johannes Rabovsky fand dann ein Fußballspiel statt, das von Reporter Carl Franke live übertragen wurde. Es musste ziemlich ruppig zugegangen sein, denn 2 Spieler wurden im Verlaufe des Spiels von „Santitätern“ auf Bahren vom Saal getragen.

Auch ein Entbindungsheim wurde simuliert und erntete große Heiterkeit. Mit einem Fasching in Vereinslokal endete 1961 diese Zeit und wie der Chronist schreibt, ziemlich traurig: „Ein Großmogul mit Anhang wurde begrüßt. Doch leider war in der Stimmung  der Sänger schon das Nahen des Aschermittwochs zu spüren und auch die 2 Gänseriche vom Verein halfen nichts so zur rechten Sängerstimmung beizutragen. Eine Pfannkuchenprämie aus Gruhl Alfreds Backwunder wurde noch mit verschlungen.“

Es dauerte bis zum Februar 1976, bis sich der Verein entschloss, die Tradition der Faschingsvergnügen wieder aus der Mottenkiste auszukramen. Bis 1986 waren wir in Rascha auf dem Saal. Wegen seiner Baufälligkeit wechselten wir nach Eulowitz. Der dortige Saal gab uns bis 1995 eine sichere Herberge.

Ab Januar 1996 begann dann die Ära des „Storchennestes“, die wir noch hoffentlich lange fortsetzen können.

Wenn man von der Geschichte des Männergesangvereines Großpostwitz aus dieser Zeit etwas berichten will, so kommt man an Johannes und Eberhardt Robovsky nicht vorbei. Mit einer schönen Stimme ausgestattet, die er seinen Sohn vererbt hat, hat Sbr. Johannes Robovsky die sängerische Qualität des Chores im 2. Tenor aktiv mitbestimmt. Für seinen Sohn Eberhardt war unser Verein das Sprungbrett zum Theater Bautzen.

Anfang der 80iger Jahre begründete er im Rahmen des Dorfklubs Großpostwitz die Großpostwitzer Dorfkonzerte unter der Kastanie bei Richters in Berge im Juni jeden Jahres. Viele bekannte Sänger aus Bautzen und Dresden erfreuten ein zahlreiches Publikum. Auch die Gestaltung der Mühlenfeste unter der Ägide des von ihm geleiteten Kultur- und Heimatvereins sind über unseren Ort hinaus bekannt. Leider konnte die 1997 begonnene Reihe der Adventsmatineen nur bis zum Jahr 2000 erhalten bleiben.

 

 

 

 

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In alle seine kulturellen Initiativen band Eberhardt Robocsky stets unseren Verein mit ein. Dafür sind wir ihm dankbar, denn sie waren und sind ein Stück Großpostwitzer Kulturgeschichte. Höhepunkte in Chorleben in dieser Epoche waren natürlich auch die Jubiläen, die alle 5 Jahre, beginnend 1952, festlich begangen wurden.

Einen absoluten Höhepunkt stellte dabei unser 100. Jubiläum 1982 im Sommer auf dem Schulhof der Lessingschule dar, der bei schönsten Wetter eine große Zuhörerschar fand. Den sängerischen Höhepunkt bildete damals der Matrosenchor aus der Oper          „Der fliegende Holländer“ von Richard Wagner. Mir läuft es noch heute eiskalt den Rücken runter, wenn ich daran denke.

Seit dem 100. Jubiläumsfest hat unser Verein auch erstmalig eine einheitliche Chorkleidung. Wir traten in weinroter Weste, weißem Hemd, blauer Fliege und schwarzen Hosen vor unserem Publikum auf. Erst seit unserem 110. Jubiläum im Sommer 1992, ebenfalls auf dem Schulhof der Lessingschule aber ziemlich verregnet, haben wir mit Sakko, Hose und Krawatte eine wirklich einheitliche Auftrittskleidung, die den Gesamteindruck des Vereins positiv untersetzt.

So vieles muss ungeschrieben bleiben, weil es den Rahmen dieser Artikelserie sprengen würde.

Zum Schluss noch ein paar Extras aus dem Raritätenkabinett

jener Jahre:

 

 

26.6.1953            Wegen des Ausnahmezustandes fand keine Singestunde statt.

 

 

17.11.1953           Man sang den „Sanitätsgefreiten Neumann“

in der Singestunde.

 

 

11.2.1958            Laut Protokoll sollte im Verein eine Quartettbildung erfolgen. Dadurch sollte

die Singetsunde geordneter erfolgen. Das Rauchen sollte während der Singestunden eingestellt werden.

 

 

27.1.1959            Es fand ein großes Fleischbrühetrinken in der

Sängerherberge statt. Vielleicht war gerade

das Bier knapp. Sponsor: Sbr. Hans Benad

 

 

Bis 1960             Es gab keine Sommerpause, trotzdem erschienen immer ca. 30 Sänger.

 

 

18.4.1962            Zum Ständchensingen anlässlich des

65. Geburtstag von Sbr. Moritz Pallmer kamen 37 Sänger. Sie verzehrten:

7 Kästen Helles, 2 Flaschen Weißen,

8 Flaschen Moro und reichlich Tabak.

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