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Geschichte bis 1945

Am 12. August 1882 wurde durch 7 Bürger des Ortes Großpostwitz der "Männergesangverein zu Großpostwitz" gegründet.
Gründungsort war das Lokal "Gasthaus Sommer", was keineswegs bedeutet soll, dass dies eine Schnapsidee war, wie die letzten 117 Jahre zeigten. Als Probentag wurde übrigens der Dienstag einer jeden Woche festgelegt, was heute noch so gehandhabt wird.
Im Jahre 1889, also 7 Jahre nach der Gründung, gab es bereits 20 aktive und 26 passive Vereinsmitglieder. Drei Jahre zuvor übernahm nach vielen kurzen Gastspielen anderer Dirigenten Kantor Schmole aus Großpostwitz dieses Amt und führte den Verein in seiner 25-järigen Tätigkeit zur ersten Blütezeit, wie man aus damaligen Zeitungsberichten entnehmen kann.

Der erste Weltkrieg brachte auch dem Gesangverein unheilvolle Ereignisse. So fanden sich zum Beispiel zur Jahreshauptversammlung 1916 nur noch 12 aktive Sangesbrüder ein. Fünf der aktivsten Sänger sollten nicht mehr heimkehren. Die Inflationszeit trieb auch in unserem Verein sonderbare Blüten. So spendete ein Gönner in dieser Zeit beispielweise dem Verein 300 Millionen Mark bzw. ein anderer 1 Milliarde Mark. Wenn man nur heute solch einen Sponsor auftreiben könnte! Ein wirklicher Höhepunkt im damaligen Vereinsleben war die Teilnahme einer großen Anzahl von Mitgliedern am Bundessängertreffen in Wien 1928. Diese Aktivitäten fielen in die Dirigentzeit des Herrn Lehrer Teich, der den Verein bis 1928 musikalisch leitete.
Danach begann die nun schon bald legendäre Ära des über die Grenzen von Großpostwitz hinaus bekannten Lehrers Carl Franke, der nicht nur als Dirigent dem 27 Jahre treu zur Seite stehen sollte, sondern sich auch als begabter Landschaftsmaler einen Namen machte.

120 Jahre Männergestangverein Großpostwitz

Aus der Gründungsurkunde vom 21.08.1882 ist zu lesen:

"Bei der am heutigen Tage behufs Bildung eines Gesang-Vereins in oberem Locale des Restaurateur und Gemeindevorstand August Sommer abgehaltenen Versammlungen wurde solcher unter dem Namen "Männergesangverein zu Großpostwitz" ins Leben gerufen und gleichzeitig zu der erforderlichen Vorstandmitglliederwahl geschritten. Die Bereitwilligkeit des Herrn Gesang- und Musiklehrers R. Thomas aus Wilthen, die Gesangstunde bis auf weiteres zu führen mit dem Honorar von 1 Mark pro Abend, wurde von sämtlichen Mitgliedern mit Dank angenommen."

Schon damals wurde der Dienstag für die Durchführung der wöchentlichen Übungsstunden festgelegt. Man begann in "Sommers Restaurant", einem Lokal auf dem heutigen Hausgrundstück Pollack, Bergstrasse 3. Freie Benutzung des Lokals sowie des Pianos, freie Beleuchtung und Heizung während der Singestunden wurden dem Verein zugestanden. Sie trafen sich nicht nur dienstags zum Üben und zum geselligen Beisammensein, sondern unsere Altvorderen gestalteten auch Veranstaltungen für die Öffentlichkeit in Großpostwitz. So fanden Stiftungsfeste und Konzerte statt, die mit Brüdervereinen aus vielen Nachbargemeinden gestaltet wurden.

Höhen und Tiefen des Chores in den Zeitepochen

In all den zwölf Jahrzehnten seiner Entwicklung hatte es der Verein mit Problemen der jeweiligen Epoche der deutschen Geschichte zu tun. Der 1. Weltkrieg und das damit verbundene Ende des Kaiserreichs kostete 5 der aktiven Sänger das Leben, die Sängerschar schmolz arg zusammen.

Am Ende der Inflationszeit 1923 waren die monatlichen Beiträge in Milliarden RM zu entrichten und waren trotzdem nichts wert.

1928 beteiligte sich eine ganze Anzahl von Sangsbrüder am Bundessängertreffen in Wien. Die anschließende Weltwirtschaftskrise und die damit verbundene hohe Arbeitslosigkeit gingen nicht spurlos an die Mitglieden des Chores vorbei. Auch der 2. Weltkrieg hinterließ schmerzliche Lücken im Chor.

Nach dem Zusammenbruch des NS-Staates 1945 fand man sich recht bald wieder, um gemeinsam zu singen und gemütlich beisammen zu sein, die langen schweren Kriegsjahre waren Gott sei Dank vorüber.

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